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Westweg 2020 - Idee & Planung

Aktualisiert: Juli 30

Mitte Mai verschwand ich für vier Tage in den Schwarzwald, um einige Etappen auf dem Westweg zu wandern. In den nächsten Tagen möchte ich euch in meinem Blog einen kleinen Einblick in mein Tourentagebuch geben und daran teilhaben lassen, was ich unterwegs so erlebte und wie es mir dabei erging. Zwischendurch knipste ich mit der Kamera (natürlich) einige Fotos, um euch auch visuell etwas mit auf meine kleine Auszeit zu nehmen.


Westweg. Wie kam es dazu? Der Westweg beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. Dieser im Jahre 1900 angelegte Fernwanderweg, strahlt auf mich einen besonderen Mythos aus. Wohl auch, weil ich mich mit der Kultur- und Naturlandschaft Schwarzwald sehr verbunden fühle. Angelegt wurde diese Verbundenheit von meinen Großeltern und dem besten Freund meines Opas. Gemeinsam fuhren wir in unserer Kindheit sehr oft in den angrenzenden Schwarzwald. Im Frühsommer mit kurzen Hosen auf einem Haufen Altschnee zu stehen, war für uns Kinder faszinierend und prägte mich. Auf meinen vielen Tagestouren traf ich in der Vergangenheit immer wieder auf die rote Raute, die Wegmarkierung des Westweges. Im Grunde legte ich schon viele Kilometer auf ihm zurück, um ihn dann an irgendeiner Weggabelung wieder zu verlassen und der eigentlichen Tour zu folgen.

Vor zwei Jahren kaufte ich mir den ersten Tourenführer des 285 km langen Fernwanderweges. Es blieb jedoch erst einmal bei unverbindlichen Planungen, obwohl ich große Lust verspürte, den Trail vom Start in Pforzheim bis zum Ende in Basel zu gehen. Im Mai hatte ich dann drei Wochen Urlaub. Ursprünglich war ein Besuch bei Freunden in Bayern geplant, mit ein wenig wandern und paddeln im Anschluss. In der zweiten Woche wäre dann ein mehrtägiges Seminar in der Schweiz auf dem Programm gestanden, welches ich mit einem befreundeten Schweizer Dozenten veranstaltete. Dann kam Corona und alle Planungen waren hinfällig. Nachdem nun einige der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gelockert wurden, entschied ich nach ein wenig Nachdenkerei und Gesprächen mit Freunden, einige Tage auf den Westweg zu gehen. Wer hätte gedacht, dass mir ausgerechnet ein Virus dazu verhelfen würde, dieses Projekt (endlich) anzugehen? Wohl niemand!



Geplant waren vier Tage und drei Nächte unterwegs zu sein. An der Gestaltung der Etappen orientierte ich mich eher an den Übernachtungsmöglichkeiten draußen in der Natur, weniger an den offiziellen Vorgaben. Klar war für mich, ich trage alles was ich unterwegs brauchte selbst und nehme keinen Transfer des Gepäcks in Anspruch, um tagsüber mit weniger Last zu wandern. Durch Corona war das aktuell auch gar nicht anders möglich. Übernachten wollte ich in Schutzhütten oder an Rastplätzen. Den Nationalpark wollte ich zum biwakieren meiden, da es verboten ist darin zu übernachten. Insgesamt wollte ich mich bei den Übernachtungen so naturverträglich als möglich verhalten, getreu dem Motto: „Was hinterlässt man nach dem Schlafen im Wald? Nichts, außer einem Gruß an den Waldbesitzer.”

Mit dabei hatte ich die Isomatte, eine Hängematte und eine Gewebeplane als Wetterschutz. Vor Ort wollte ich dann entscheiden, ob ich die Hängematte spannen kann, auf dem Boden einer Schutzhütte nächtigen werde oder mir vielleicht sogar mit der Plane einen Shelter bauen muss. We will see.


An dieser Stelle ein paar Eckdaten zur Tour:

In den vier Tagen lief ich vom Hauptbahnhof Pforzheim bis zum Ruhestein, der zur Gemeinde Seebach gehört. Insgesamt legte ich 87,7 km zurück (inkl. Umwege durch Verlaufen), stieg 2631 Hm hoch und 1995 Hm runter. Mein Rucksack wog am Start der Tour 19,5 kg und ich hatte - bis auf Müsli, Kaffee, Tee und ein paar Kleinigkeiten - Lebensmittel für zwei Tage mit dabei. In Dobel kaufte ich einmal Wasser (und Croissants) und in Forbach Lebensmittel für den dritten und vierten Tag nach. Das mal zum Einstieg. In den nachfolgenden Tagen gibt es dann mehr Text und einige Fotos. Wenn ihr Fragen habt, einfach die Kommentare nutzen. Viel Vergnügen beim Lesen.




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