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VERBILDLICHT - Einige Gedanken

18 Apr 2016

Vergangene Woche zeigte ich euch das letzte Foto zum Fotoprojekt VERBILDLICHT, dass ich gemeinsam mit dem Fotografen Jan Rakebrandt (www.madscientistphotography.de) durchführte. Im Blogpost versprach ich, dass ich noch einmal ein wenig was erzählen werde und alle Fotos von mir in Serie zeige.

Wie kam es eigentlich zu dem gemeinsamen Projekt? Jan kontaktierte mich und fragte, ob ich nicht Lust hätte ein gemeinsames Selfie-Projekt durchzuführen. Im Gesprächsverlauf veränderte und formte sich dann die Idee und nahm konkrete Züge an. Am Ende stand das VERBILDLICHT-Projekt. Inhalt war, dass wir täglich ein Foto zu einem bestimmten Thema posten und gegenüberstellen werden. Ganze 28 Tage lang. Jan wählte 2 x 7 Themen aus und ich ebenso. Es konnte losgehen. 

 

 

Oben könnt ihr die Themenliste sehen, die ich über einen Monat mit mir herumschleppte. Hier und da wurde sie von den Katzen angeknabbert. Die Liste hat also einiges erlebt und könnte eigentlich eine ganz eigene Geschichte erzählen.

 

Nach dem Start des Projektes stellte ich schnell fest, dass es nicht einfach war Anspruch und Wirklichkeit auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Einerseits war es mir wichtig interessante und gute Fotos zu liefern, andererseits nahm das Entwickeln von Ideen, das Fotografieren und die anschließende Nachbearbeitung doch sehr viel Zeit in Anspruch. Das Projekt musste neben Arbeit und Alltag gewuppt werden und nach sieben Tagen war ich persönlich schon an dem Punkt, an dem ich überlegte, an welchen Stellen ich denn Zeit einsparen könnte. So entstand die Idee, sieben Serienfotos mit meinem Patenkind Niclas zu fotografieren, von denen ich täglich ein Bild veröffentlichen konnte. Jan meinte dann, dass würde an der eigentlichen Projektidee vorbeigehen, womit er auch recht hatte. Die Grundidee beinhaltete ja, sich täglich in diesen kreativen Prozeß zu begeben. Nach zwei Tagen verwarf ich dann die Fotoserie und ging wieder dazu über "normale" Fotos zu schießen. In der Mitte des Projektes arangierte ich mich dann auch mit dem Gedanken, dass die Fotos nicht "perfekt" sein müssen, was in der Kürze der Zeit sowieso nicht möglich gewesen wäre.

 

 

Was ich am Projekt sehr interessant fand war, dass ich den Eindruck hatte, mich über einen Monat lang in einer anderen Welt zu befinden. Ständig hatte ich die Schablone der Themen in meinem Kopf und legte diese über alles was ich visuell um mich herum wahrnahm. Ich schreibe bewusst "interessant", weil es zeitweise auch sehr anstrengend war. Es förderte aber auch unheimlich das kreative Denken und ich glaube, viele Fotos die ich hier zeige hätte ich ohne das Projekt niemals geschossen. Sicher gibt es einige Fotos, die man deutlich besser hätte gestalten können und diese werden wohl in Zukunft einfach nur auf der Festplatte dahin vegetieren. Von mindestens der Hälfte der Bilder bin ich jedoch sehr begeistert. Durch das Projekt wurde ich gezwungen mir Gedanken zu machen und täglich die Kamera in die Hand zu nehmen. Die Frequenz der "guten" Fotos die dabei entstanden sind, ist somit auch deutlich höher als ich es sonst von mir kenne.

 

 

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass es zwischendruch schon auch mal den Gedanken gab das Projekt abzubrechen, weil es eben nicht einfach war, sich immer die nötige Zeit freizuschaufeln. Das Ganze dann doch bis zum Ende durchgezogen zu haben, macht mich aber auch ein wenig stolz.

Die vergangene Woche dachte ich ein wenig darüber nach, was das Projekt - neben den Fotos - bei mir hinterläßt? Durch professionelle Engagements kenne ich es ja, unter zeitlichem und ergebnisorientiertem Druck zu fotografieren. Anders ist jedoch, dass ich in der Peoplefotografie sehr viel Routine besitze und im Grunde immer auf die gleichen Erfahrungsmuster zurückgreifen kann. Beim Fotoprojekt hingegen war es mir wichtig neue Dinge auszuprobieren und eben nicht immer auf das Bekannte zurückzugreifen. Mein Fazit in dieser Hinsicht: Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit, schaffte ich es auch hier eine gewisse Routine aufzubauen und kam immer schneller zum Ziel. Weiterhin war für mich neu, nach einem vorgegebenen Thema zu fotografieren. In der Regel lasse ich mich beim freien Fotografieren treiben und schaue einfach was ich entdeckte. Danach erhalten die Fotos erst einen Titel. Dieses Mal war es komplett anders herum. Eine neue Erfahrung, aber es machte unheimlich Spaß. Man entwickelt dadurch einen anderen Blick und verläßt ein wenig die ausgetretenen Pfade. In Zukunft werde ich das wohl öfter mal machen.

 

 

Nun, das Fotoprojekt hat unheimlich Spaß gemacht, gleichzeitig war es anstrengend und irgendwie bin ich froh durch zu sein, um wieder Zeit für anderen Dinge zu haben. Nach dem Projekt ist jedoch auch immer vor dem Projekt und ich kann mir gut vorstellen, irgendwann wieder etwas ähnliches zu starten. Einige Dinge würde ich jedoch beim nächsten Mal verändern. Ich würde z.B. komplett alle Fotos in einem bestimmten Zeitraum vorproduzieren. Erst wenn alles im "Kasten" wäre, würde ich mit der Präsentation beginnen. Das würde auf jedenfall den zeitlichen Druck etwas herausnehmen. Ansonsten habe ich nun genug getippt und zeige in der Galerie weiter unten noch einmal alle Fotos von mir. Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle noch einmal an Jan! Die Auseinandersetzung mit ihm fand ich wirklich sehr wertvoll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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