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DAS SELFIE PROJEKT (01)

13 Jan 2016

Wie in meinem letzten Blogartikel angekündigt, bei dem es um die Buchrezension von DER EIGENE BLICK ging, möchte ich nach und nach die Workshops des Buches durcharbeiten und hier veröffentlichen.

Heute habe ich mich gleich an den ersten Workshop gewagt der sich "Das Selfie Projekt" nennt.

Selfies habe ich in der Vergangenheit schon einige geschossen, wobei es für mich immer sehr gewöhnungsbedürftig ist, selbst vor der Kamera zu stehen.

Hier mal zwei Beispiele aus der Vergangenheit:

 

 

Das erste Foto habe ich mit einem seitlichen Fenster ausgeleuchtet, das zweite mit einer Schreibtischlampe, die auch als Seitenlicht ausgerichtet, jedoch deutlich kleiner war. Beide wurden mit dem Smartphone aufgenommen. Das erste bearbeitete ich direkt im Telefon mit der Softwareapp Snapseed, das zweite öffnete ich in Photoshop und legte eine Textur mit Kratzern darüber.

 

Robert Mertens schreibt in seinem Buch, dass sich interessanterweise viele Fotografen aus der Geschichte aus unterschiedlichsten Gründen selbst fotografierten. Der erste Workshop im Buch handelt dann auch davon, ein Selbsportrait oder Selbstbildnis (Neudeutsch: Selfie) zu fotografieren. Interessant finde ich, dass in dem Begriff Selbstbildnis das Wort "Selbstbild", also ein Bild von sich selbst oder seinem Selbst haben, steckt.

 

Im Vorfeld überlegte ich mir, die Live-Composite-Funktion meiner Kamera zu verwenden, um etwas kreativere Ergebnisse zu erhalten. Der Live-Comp-Modus macht ein Basisbild, öffnet den Kameraverschluß anschließend ein zweites mal dauerhaft und fügt dem Foto nur die Dinge hinzu, die heller sind als das Basisbild. Man kann somit Fotos erstellen, die ein wenig aussehen als wären sie mehrfachbelichtet. Der Modus eignet sich jedoch auch hervorragend für Lichtmalereien.

Ausgeleuchtet habe ich mein Fotoset mit einem Aufsteckblitz, der in einer sehr kleinen Octabox steckte, weil ich "hartes Licht" haben wollte. Im abgedunkelten Raum schoß ich ein schwarzes Basisbild und löste anschließend mit einem Funkauslöser den Blitz mehrfach aus. Die Nachbearbeitung fand in Lightroom und in "Nik Analog Efex" statt.

 

 

Die ersten Ergebnisse fand ich vielversprechend, es dauerte jedoch eine Weile, bis ich mit den Posen und den Überlagerungen zufrieden war. Die beiden Bilder oben haben mich persönlich am meisten angesprochen.

Nach dem Experimentieren (anders konnte man es nicht nennen), schoß ich noch einige Selfies im Einzelbildmodus. Das erste habe ich nur in Lightroom nachbearbeitet, beim Zweiten kam wieder Analog Efex zum Einsatz.

 

 

Insgesamt fand ich die Erfahrung sich über anderthalb Stunden selbst zu fotografieren sehr interessant. Wie schon erwähnt, bin ich nicht der Typ der vor eine Kamera springt, wenn sie von jemandem gezogen wird.

Spannend fand ich jedoch den Gedanken mit dem "Selbstbild". Jeder Mensch hat ein Selbstbild von sich und eine Fotografie zeigt einem in der Regel ein Bild, dass nicht unbedingt dem eigenen Selbstbild entspricht. Egal ob dies nun ein negatives oder positives Selbstbild ist, oder eine gute oder eine schlechte Fotografie. Ich dachte darüber nach, wie ich mich denn zeigen möchte, wie sollen mich die Anderen sehen? Zeige ich viel von mir, zeige ich wenig? Frontal oder seitlich? Ist es überhaupt wichtig sich darüber Gedanken zu machen, wie mich andere sehen sollen? Viele Gedanken kamen mir diesbezüglich in den Kopf. Was ich ungewöhnlich fand, Portraits im Profil kann ich von mir in der Regel absolut gar nicht leiden. Seltsamerweise wählte ich am Ende entweder Profilportraits aus oder Portraits im Halbprofil. Ich würde sagen Robert Mertens hat hier erreicht was er wollte. Ich habe die Erfahrung gemacht etwas gut zu finden was ich zuvor doof fand!

In diesem Sinne, zeigt mal eure Selfies!!!

 

 

 

 

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